Louwen Diät: Mit der richtigen Ernährung zu einer leichteren Geburt

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft ist ausschlaggebend für das Wohlbefinden der Mutter und die Entwicklung des Kindes. Gleichzeitig ist sie in der Lage, die Geburt wesentlich zu beeinflussen. Die Louwen Diät verspricht eine leichtere sowie schnellere Geburt dank eines hormonregulierenden Ernährungsplans.

 

Was ist die Louwen Diät?

diät2Die Louwen Diät wurde nach Prof. Dr. Frank Louwen benannt, welcher als Erfinder der bestimmten Ernährungsmethode für Schwangere gilt. Dieser war Arzt und gleichzeitig Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Universität Frankfurt.

Obwohl der Begriff „Diät“ enthalten ist, handelt es sich bei dieser Variante nicht um eine Maßnahme zur Gewichtsreduzierung. Vielmehr liegt der Fokus auf bestimmte Nahrungsmittel und Nährwertverteilung in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft.

Empfohlen wird die Diät in den letzten sechs bis acht Wochen der Schwangerschaft. Folglich wird sie ab dem 8. Monat als Rat erteilt. Vor allem zwischen der 32. Und 34. Schwangerschaftswoche soll auf Lebensmittel verzichtet werden, welche einen hohen glykämischen Index aufweisen, da diese den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Dies sind vorwiegend Kohlenhydrate und Zucker in unterschiedlichen Formen.

 

Die Funktionsweise der Louwen Diät

Die besondere Diät als eine Ernährungsumstellung basiert auf einer Ernährung nach dem Glyx-Prinzip. Folglich sieht sie vor, auf sämtliche Lebensmittel zu verzichten, welche den Insulinspiegel sowohl schnell wie stark ansteigen lassen. Ein hoher Insulinspiegel bewirkt unter anderem Heißhungerattacken und im schlimmsten Fall Diabetes.

Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index sind neben Zucker bestimmte Getreide-, Obst- und Gemüsesorten. Jedoch müssen diese nicht vollständig aus dem eigenen Ernährungsplan entfernt werden. In geringen Mengen sind sie in der Diät erlaubt, wenn sich der Insulinspiegel zuvor gut regulieren lässt.

Für Schwangere besitzt die spezielle Diät mit ihrem geringen Anteil an Kohlenhydraten und den daraus resultierenden niedrigen Insulinspiegel eine hormonregulierende Wirkung. Vor allem in Vorbereitung auf die anstehende Geburt verändert der Körper von Schwangeren seinen Hormonhaushalt und produziert verstärkt das Hormon Prostaglandin.

Dieses tritt vorwiegend gegen Ende der Schwangerschaft meist ab etwa der 35. Schwangerschaftswoche auf. Prostaglandin weicht einerseits den Muttermund auf, andererseits gilt es als Auslöser für Wehen. Das Hormon sendet entsprechende wichtige Signale ans Gehirn, sodass sich der Körper von selbst auf die Geburt einstellt. Gleichzeitig sorgt Prostaglandin für eine Regulierung der Entzündungs- und Schmerzreaktionen.

Ernährt sich die Schwangere vor allem gegen Ende der Schwangerschaft sehr kohlenhydrathaltig, treten Probleme mit Prostaglandin auf. Insulin dockt an dieselben Rezeptoren wie das Hormon, wodurch kaum bis wenige Andockstellen für die Ausschüttung von Prostaglandin vorhanden sind.

Obwohl zahlreiche Dockingstationen im Körper existieren, wird insbesondere die Gebärmutter belegt. Folglich ist jenes Hormon, welches letztendlich die Geburt erleichtern soll, nicht optimal in seiner Wirksamkeit.

Der Mangel an Dockingmöglichkeiten kann ergänzend unter anderem dazu führen, dass sich die Geburt beziehungsweise der Entbindungstermin verzögert und die Geburt an sich länger dauert. Gleichzeitig werden Schmerzen stärker wahrgenommen, da sich der Körper nicht optimal auf die Strapazen der Geburt vorbereiten kann. Folglich ist es möglich, dass Frauen mit einem niedrigen Anteil an Prostaglandin die Geburt anstrengender empfinden.

 

Vorteile und Nachteile der Louwen Diät

Die besondere Schwangerschaftsernährung besitzt in Bezug auf die Geburt zahlreiche Vorteile. Aus diesem Grund ändern zahlreiche werdende Mütter vor allem gegen Ende der Schwangerschaft ihre Ernährung.

Mit ausreichend Prostaglandin lässt sich der Entbindungs- beziehungsweise Geburtstermin einhalten. Das Hormon leitet natürlich die Geburt rechtzeitig ein, wodurch diese in den meisten Fällen wie errechnet eintritt. Gleichzeitig gestaltet sich die Geburt leichter und schneller.

Viele werdende Mütter liegen deutlich kürzer in den Wehen. Die Geburt an sich ist zudem mit weniger Schmerzen verbunden. Dadurch bietet sich die Diät für Erstgebärende und Mütter mit mehreren Kindern an, welche eine vergleichsweise rasche und schmerzfreie Geburt wünschen.

In Bezug auf Nachteile existieren bei der Diät kaum Hemmnisse. Da die Ernährung weiterhin zahlreiche Lebensmittel erlaubt, müssen lediglich bestimmte Nahrungsmittel reduziert oder gestrichen werden. Kann eine Schwangere jedoch nur schwer auf Zucker oder Kohlenhydrate verzichten und fällt ihr dies vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen schwer, muss besonders viel Willenskraft vorhanden sein.

 

Natürliche Lebensmittel sind gern gesehen

Möchte eine Schwangere die Diät ausprobieren und für ihre Geburtsvorbereitung nutzen, sollte sie ihr Hauptaugenmerk auf Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index legen. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um unverarbeitete Nahrungsmittel.

Dennoch sind einige Süßigkeiten sowie tierische Produkte ebenso erlaubt. Wichtig zu erwähnen ist, dass der Ernährungsplan nicht vollständig auf Kohlenhydrate verzichten muss. Diese sind aufgrund ihres Energiegehalts wichtig für den Körper.

Empfohlen werden vorwiegend verschiedene Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Erbsen. Gewürzt mit Essig oder Zitronensaft sorgen sie gleichzeitig dafür, dass ein möglicherweise bestehender Eisenmangel ausgeglichen wird. Gerste, Wildreis, Roggen, Quinoa, Amaranth sowie Voll- und Mehrkornprodukte eignen sich als passende Beilage oder Hauptspeise. Nüsse und Samen liefern zusätzliche Energie und bieten gesundes Fett.

Bezüglich Gemüse sollten Zucchini, Pilze, Paprika, Radieschen, Auberginen, Tomaten, Sellerie und Blattsalate konsumiert werden. Bei Möhren ist es wichtig, dass diese roh sind. Gekocht beeinflussen sie den Insulinspiegel zu sehr. Zwiebel und Knoblauch sind ebenso erlaubt.

Obst sollte zwar reduziert, aber nicht gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Pfirsiche, Äpfel, Beeren, Pflaumen, Kiwis, Kirschen sowie saure Sorten in Form von Orangen, Zitrone und Mandarinen sind erlaubt.

Auf Süßigkeiten sollte, wenn möglich, gänzlich verzichtet werden. Erlaubt sind dennoch Snacks ohne zusätzlichen Zucker. Dies können unter anderem ungesüßte Haferkekse oder Vollkornfrüchtebrot sein. Vorsicht geboten ist jedoch bei einem hohen Anteil an Trockenobst. Aufgrund des hohen Zuckeranteils sollte beim Genuss gut darauf geachtet werden, welche Zutaten die Snacks enthalten.

 

Kein strikter Verzicht

Wie bereits zuvor erwähnt, sieht die Louwen Diät eine kohlenhydratfreie beziehungsweise kohlenhydratarme Ernährung in den letzten sechs Schwangerschaftswochen vor. Jedoch muss keine Schwangere radikal vorgehen und sofort sämtliche betroffenen Lebensmittel von ihrem Ernährungsplan streichen. Obwohl eine Liste von „verbotenen“ Lebensmitteln existiert, lassen sich leicht leckere, gute und gesunde Alternativen finden.

Zunächst sollte auf Produkte aus weißem Mehl wie etwa Brot, Nudeln und Pizza verzichtet werden. Dasselbe gilt für Produkte aus Kartoffelteig wie Gnocchi, Mischbrot, feines Mehrkornbrot oder Cracker. Auch auf Reis – Vollkorn wie Standard – sollte zum Großteil verzichtet werden. Diese Lebensmittel weisen einen hohen glykämischen Index auf und sind für die Dauer der Ernährungsumstellung ungeeignet.

Wer gerne Müsli oder Haferflocken isst, sollte den Konsum deutlich reduzieren. Haferflocken jeglicher Art, Hirse, Porridge und Müsli sind stark kohlenhydrathaltig und deshalb ungeeignet. Süßigkeiten wie etwa Kekse und Kochen sowie ähnliche zuckerhaltige Snacks, beispielsweise Schokoriegel, sollten ebenso vom Ernährungsplan entfernt werden. Bezüglich Aufstriche sollte auf Marmelade und Konfitüre verzichtet werden.

In Hinsicht auf Gemüse sind viele Sorten erlaubt. Dennoch sollte darauf geachtet werden, möglichst stärkearme Varianten zu wählen. Kartoffeln, Mais, rote Beete, Kürbis oder gekochte Möhren sind beispielsweise tabu. In Hinsicht auf Obst sollte auf jeden Fall auf Trockenobst verzichtet werden.

Dieses besitzt einen sehr hohen Zuckeranteil und ist deshalb ungeeignet. Sorten mit hohen Fruchtzuckeranteil in Form von Bananen, Datteln, Honig- und Zuckermelonen, Mango, Ananas, Papaya und Weintrauben gehören ebenfalls nicht auf den Speiseplan.

Wer nicht vollständig auf Zucker verzichten kann, sollte nach Alternativen suchen. Zahlreiche Zuckervarianten wie Honig, Traubenzucker und normaler Zucker eignen sich während der Diät nicht, um Speisen zu süßen. Aus diesem Grund sollten ebenfalls kein gesüßter Tee, Softdrinks, Fruchtsäfte, Limonaden oder isotonische Sportgetränke konsumiert werden.

Kaffee hingegen ist erlaubt, sofern er ohne Milch ist. Trinkschokolade oder Kakao sollten erst wieder nach der Geburt getrunken werden. Dasselbe gilt für Milchprodukte mit Zucker wie etwa Joghurt oder Quark.

 

Louwen Diät für alle Schwangere?

Grundsätzlich steht einer Ernährungsumstellung in der Schwangerschaft nichts im Weg. Dennoch sollte zuvor immer mit dem behandelten Arzt beziehungsweise der behandelten Ärztin oder der Hebamme Rücksprache gehalten werden.

Besondere Vorsicht gilt bei Schwangeren mit verschiedenen Vorerkrankungen, Diabetes sowie bei einer Stoffwechselerkrankung oder Essstörung. Die ausgewogene und vielfältige Ernährung hilft somit Mutter und Kind, sofern keine gesundheitlichen Risiken oder Einschränkungen vorliegen.

Desweiteren sollte man während der Schwangerschaft auf Diäten wie z.B. Paleo-Diät, Carnivor-Diät oder Tim Mälzer-Diät verzichten um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

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