Saure Lebensmittel – die Dosis macht das Gift

Wer sich gesünder ernähren möchte und dem Körper Gutes tun will, soll Saures meiden oder auf basische Alternativen zurückgreifen. Doch welche Lebensmittel gelten als sauer, was bewirken sie wie lassen sie sich sinnvoll ersetzen? Antworten darauf liefert dieser Beitrag.

 

Kurzübersicht der sauren Lebensmittel

food2Das Stichwort „sauer“ ruft unwillkürliche Assoziationen zu entsprechend schmeckenden Speisen oder Getränken hervor. Zitronen, Gewürzgurken und Mixed Pickles scheinen dem Ruf vollumfänglich gerecht zu werden. Doch es ist nicht das Aroma, welches über die Einstufung als saures Lebensmittel entscheidet – sondern der Eiweißgehalt.

Dementsprechend gelten vor allem Erzeugnisse tierischen Ursprungs als sauer. Dazu zählen neben Fleisch und Wurstwaren auch Fisch und Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte. Sie sind durch ihre Herkunftsbezeichnung leicht zu erkennen – bilden aber bei Weitem nicht das einzige Gefahrenpotenzial für eine gesunde Ernährung.

Gleichfalls sauer sind Brot, Nudeln und andere Getreide-Erzeugnisse. Das schließt vor allem Weißmehl-Produkte ein – und damit die meisten handelsüblichen Kuchen und Kekse. Die fallen sogar gleich zweifach unter die Rubrik „sauer“ – denn auch der Zuckergehalt von Lebensmitteln spielt eine Rolle für die Einstufung.

Dadurch gelten ausnahmslos alle Süßigkeiten als sauer. Ob einfache Tafel-Schokolade oder exquisite Pralinés, ob schaumige Marshmallows oder zähe Gummibärchen: Jedes Naschwerk auf Basis zuckerhaltiger Rohstoffe ist schädlich für den Körperhaushalt – ganz gleich, aus welcher Quelle die Süße stammt. Womit auch der Löffel Honig im Tee oder der Ahornsirup im Müsli gemeint sind.

Demzufolge stehen industriell gefertigte Speisen und Getränke ebenfalls auf der Liste säurebildender Lebensmittel. Sie beinhalten sowohl offene als auch versteckte Zuckeranteile – und sind zudem reich an Fetten, Geschmacksverstärkern und/oder Konservierungsstoffen. Diese Mixtur macht sie in einem gesunden Ernährungsplan zu absolut „verbotenen Früchten“.

Apropos... Die häufig vertreten Meinung, alle Obst- und Gemüsesorten seien quasi „säurefrei“ stimmt nicht – oder jedenfalls nicht ganz. Richtig ist, dass die meisten Vertreter dieser Lebensmittel-Gruppe basisch wirken. Doch viele erreichen das Prädikat gerade noch so und einige Hülsenfrüchte gar nicht. Wer hier den Überblick behalten möchte, sollte sich an die Übersicht unabhängiger Beratungs-, Ernährungs- oder Gesundheitsportale halten.

Schließlich finden sich im Ranking der sauren bzw. säurebildenden Lebensmittel noch raffinierte Öle und alkoholische Getränke; also die Faktoren, die in der Ernährungspyramide an der Spitze – und damit mengenmäßig ganz hinten – rangieren.

 

Das Wichtigste aus diesem Abschnitt kompakt zusammengefasst

Lebensmittel tierischen Ursprungs, Weißmehlprodukte, Süßwaren und Fertiggerichte sind die stärksten Säure-Booster. Einzelne Vertreter der genannten Gruppen haben jedoch auch positive Eigenschaften, sodass sie nicht per se vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

 

Die Wirkung saurer Lebensmittel

Der Organismus junger Menschen wird mit einem Überangebot an Säure noch recht gut fertig. In der ersten Lebenshälfte neutralisieren körpereigene Basenspeicher die überschüssigen Bestände und scheiden sie über die Niere aus. Doch mit zunehmendem Alter oder durch Krankheit lässt diese Filterfunktion zunehmend nach.

Die Folge ist eine sogenannte Übersäuerung. Der Körper kann den Überschuss nur noch schlecht kompensieren. Werden ihm weiterhin säurebildende Lebensmittel zugeführt, gerät der fein tarierte Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht. Um gegenzusteuern, greift der Organismus auf Notlösungen zurück, die Gesundheit und Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen können.

 

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Je jünger ein Organismus ist, desto besser kann er den Säure-Überschuss regulieren. Das geht jedoch häufig zu Lasten anderer Körperfunktionen – und rächt sich oft erst Jahre später.

 

Mögliche Folgen einer sauren Ernährung

Zum bekanntesten Phänomen der Übersäuerung gehört eine verminderte Knochenstabilität. Sie rührt daher, dass der Körper den Überschuss durch Kalzium zu neutralisieren versucht. Bei einer kalziumarmen Ernährung und daraus resultierendem Kalziummangel verstärkt sich dieser Effekt und erhöht das Risiko an Osteoporose zu erkranken um ein Vielfaches.

Doch die Knochen sind nicht der einzige Angriffspunkt saurer Lebensmittel. Der Überschuss wird auch im Fett- und Bindegewebe eingelagert – wo er sich durch vermehrte Faltenbildung und Cellulite bemerkbar macht. Weitere säurebedingte Hautbeschwerden sind Ekzeme, (wieder-) aufbrechende Akne oder verstärkter Pilzbefall.

Eine ebenfalls typische Folge zu vieler saurer Lebensmittel sind Beschwerden wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Sie gehen überdurchschnittlich oft mit Ein- oder Durchschlafstörungen einher, sodass ein Teufelskreis in Gang gesetzt wird, der Betroffene stark belastet.

Auf lange Sicht können sich die Säurekristalle schließlich in den Muskeln und Gelenken sowie in Nerven und Gefäßen ablagern. Das zieht zunächst Verspannungen nach sich; später sind Gelenkentzündungen möglich, die zu Bewegungseinschränkungen oder gar Steifigkeit führen. Insofern ist der Verzicht auf saure bzw. die Hinwendung zu basischen Lebensmitteln eine zukunftsorientierte Präventions-Maßnahme.

 

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Ein Säure-Überschuss hat vielfältige Erscheinungsformen. Die meisten treten erst mit fortschreitendem Alter zu Tage; sind aber nicht immer als Störung des Säure-Haushalts zu erkennen.

 

Maßnahmen gegen die Übersäuerung

Eine der bekanntesten Möglichkeiten, den Folgen übermäßigen Sauer-Genusses entgegenzuwirken, sind basische Bäder. Dabei wird das Wasser durch einen speziellen Zusatz angereichert und wirkt ausleitend. Neben Unreinheiten und abgestorbenen Hautzellen werden auch überschüssige Säuren aus der Epidermis herausgespült.

Buchstäblich tiefer wirkt eine Umstellung auf basenreiche bzw. überwiegend basische Nahrung. Dazu müssen sich Betroffene bewusst machen, welche Lebensmittel erlaubt sind und wie sich Säuren schon beim Essen neutralisieren lassen. Dabei zeigt sich, dass als „sauer“ eingestufte Lebensmittel nicht zwingend ungesund sind – sondern nur geschickt kombiniert werden müssen.

Gegen die Vorzüge von Seefisch ist kaum etwas einzuwenden, solange er nicht gerade mit kalorien- und säurereicher Pasta gereicht wird. Auch Brot muss nicht ersatzlos vom Speiseplan verschwinden, sondern findet Ersatz in gut sättigenden, ballaststoffreichen Vollkorn-Varianten. Wer die Menge saurer Lebensmittel reduziert und sie darüber hinaus mit guten Basen kombiniert, ist bereits auf einem guten Weg.

 

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Der Säure-Haushalt lässt sich sowohl über die Haut als auch mittels Ernährung beeinflussen. Detaillierte Kenntnisse über einzelne Lebensmittel sind unabdingbar für eine erfolgreiche Ernährungs-Umstellung.

 

Aller Anfang ist schwer – doch es lohnt sich

Mitunter müssen dafür liebgewonnene Gewohnheiten weichen. Doch wer sich einmal überwindet, den üblichen Morgen-Kaffee mit Marmeladen-Brötchen gegen einen frisch-fruchtigen Smoothie zu tauschen, wird mit einem wahren Energie-Kick belohnt. Auch für den Mittagstisch bieten basische Gerichte leckere Alternativen, die sich gut vorbereiten und mitnehmen lassen.

Sogar ein Nachmittags-Snack kann bei dieser Ernährungsform drin sein. Tipps und Rezepte, um saure Lebensmittel zu meiden, finden sich reichlich – und viele überzeugen mit unbekannten Genüssen. Vor allem die Küche asiatischer Länder hält angenehme Überraschungen bereit, sofern es sich um selbst zubereitete Gerichte handelt.

Auf Speisen und Getränke, die prinzipiell ungesund sind, sollten Betroffene nicht nur wegen des Säuregehalts verzichten. Softdrinks, Fertiggerichte, Alkohol und Süßwaren sind und bleiben auch ohne den Plan basischer Ernährung ein großes Tabu auf der Einkaufs-Liste. Sie dürfen allenfalls in kleinen Mengen zu besonderen Anlässen konsumiert werden.

 

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Viele Bestandteile der täglichen Nahrung scheinen unersetzbar zu sein – und häufig stimmt das auch. Doch ein Ersatz bedeutet nicht immer nur Überwindung und Verzicht, sondern kann auch neue Genüsse und ein neues Körperempfinden schaffen. Der Versuch lohnt sich!

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